15. Juli 2026
Feuerwerk begeistert Menschen seit Jahrhunderten. Es begleitet große Feste und private Feiern, markiert besondere Momente und schafft Erinnerungen, die Generationen miteinander teilen. Mit der Kampagne „Feuerwerk bewahren – Kulturerbe statt Verbot“ möchte wir als Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk e.V. (bvpk) die gesellschaftliche Debatte neu ausrichten: weg von Verbotsforderungen und hin zu der Frage, welchen kulturellen Wert Feuerwerk für unsere Gesellschaft besitzt. Feuewerk soll immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden.
Feuerwerk als Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Handwerk
Denn Feuerwerk ist weit mehr als ein lautes Vergnügen Einzelner. Es vereint Kunst, Wissenschaft und Handwerk auf einzigartige Weise. Hinter jedem professionell gestalteten Feuerwerk stehen Menschen, die technisches Wissen, chemische Kenntnisse und jahrzehntelang gewachsene Fertigkeiten mit künstlerischer Kreativität verbinden. Farben, Effekte und Choreografien entstehen nicht zufällig, sondern durch präzise Planung und die Arbeit von Pyrotechniker:innen, die ihre Kunst stetig weiterentwickeln und sich mit jedem Feuerwerk auch wieder neu erfinden.
Eine lebendige Festkultur für Millionen Menschen
Gleichzeitig lebt die Feuerwerkskultur nicht allein von großen Inszenierungen. Millionen Menschen zünden jedes Jahr an Silvester selbst Feuerwerk und sind damit Teil einer lebendigen Festkultur. Großfeuerwerke, Bühnenpyrotechnik und privates Silvesterfeuerwerk sind unterschiedliche Ausdrucksformen derselben kulturellen Praxis. Sie verbinden Menschen, schaffen Gemeinschaft und machen Gefühle sichtbar.
Kaum eine andere Kulturtechnik verbindet Naturwissenschaft und künstlerischen Ausdruck so unmittelbar wie das Feuerwerk. Moderne Pyrotechnik beruht auf Erkenntnissen aus Chemie, Physik und Ingenieurwesen. Gleichzeitig geht es immer auch um Ästhetik, Gestaltung und Emotionen. Feuerwerk steht damit exemplarisch für das Zusammenspiel von Kunst, Wissenschaft und Technik, und genau deshalb ist es seit Jahrhunderten Bestandteil von Stadtfesten, Volksfesten, Jubiläen und privaten Feiern.
Feuerwerk bewahren statt verbieten
Mit unserer Kampagne wollen wir deshalb einen anderen Weg einschlagen. Weder privates Silvesterfeuerwerk noch öffentliche Groß- und Bühnenfeuerwerke sollten Gegenstand immer neuer Verbotsdebatten sein. Stattdessen möchten wir darüber sprechen, wie diese besondere Kulturtechnik bewahrt und weiterentwickelt werden kann. Feuerwerk bringt Menschen zusammen: Familien, Nachbarschaften, Freundeskreise und ganze Städte erleben gemeinsam Momente der Freude und des Staunens. Gerade in einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt vielerorts schwindet, sollten wir darüber nachdenken, wie solche gemeinschaftsstiftenden Erlebnisse erhalten und gestärkt werden können.
Feuerwerk als Teil unseres kulturellen Zusammenhalts
Dazu gehört aus unserer Sicht auch die Frage, ob Feuerwerk künftig an weiteren kulturell bedeutsamen Feiertagen einen festen Platz haben kann. Feuerwerk ist Ausdruck gemeinsamer Freude und gelebter Festkultur. Es schafft Erinnerungen, verbindet Generationen und macht besondere Ereignisse sichtbar. Eine Gesellschaft, die ihre kulturellen Praktiken bewahrt und weiterentwickelt, stärkt zugleich ihren eigenen Zusammenhalt.
Der Weg zum immateriellen Kulturerbe
Ein zentrales Ziel der Kampagne ist die langfristige Anerkennung des Feuerwerks als immaterielles Kulturerbe der UNESCO in Deutschland. Wir machen als bvpk damit bewusst den ersten Schritt, in der Hoffnung das sich viele anschließen werden. Wir sind dabei, einen Fahrplan für einen Antrag zu entwickeln. Ein solcher Prozess braucht wissenschaftliche Begleitung, Dokumentation, historisches Wissen, viel Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und vor allem eine breite Trägergemeinschaft, die diese Kulturtechnik dauerhaft trägt und weiterentwickelt.
Eine Trägergemeinschaft für die Feuerwerkskultur
Die Trägergemeinschaft unserer Feuerwerkskultur wollen wir aktivieren und zusammen bringen – das geht nicht von heute auf morgen und wird einige Monate dauern. Unser Ansinnen muss wachsen: durch Menschen, die Feuerwerk schätzen, durch diejenigen, die es herstellen und gestalten, und durch alle, die seinen kulturellen Wert erkennen. Deshalb versteht sich „Feuerwerk bewahren – Kulturerbe statt Verbot“ ausdrücklich als Einladung, die Botschaft der Kampagne weiter zu tragen und zu unterstützen: in Familien, Freundeskreise, Vereine und an Arbeitsplätze.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Gleichzeitig ist der Aufbau einer solchen Initiative mit Kosten verbunden. Die Entwicklung der Kampagne, wissenschaftliche Vorarbeiten, Veranstaltungen und die langfristige Vorbereitung eines Kulturerbe-Antrags bei der UNESCO können nicht allein vom bvpk getragen werden. Deshalb ist die Kampagne auch auf Spenden angewiesen, um die notwendigen Strukturen, wie eine Feuerwerk-Kulturerbe-Kommission (FKK) aus Expert:innen, unsere Feuerwerkskultur sichtbar zu machen und das alles korrekt für den Antrag zu dokumentieren.
„Feuerwerk bewahren – Kulturerbe statt Verbot“ ist damit mehr als eine Kampagne. Sie ist der Beginn eines verbindenden Projekts – sie ist eine gemeinsame Vision! Wir wollen darin Kunst, Wissenschaft und Handwerk zusammenführen und eine jahrhundertealte Kulturtechnik für kommende Generationen bewahren. Wer Feuerwerk erhalten will, muss heute damit beginnen, seinen Wert sichtbar zu machen.
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